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Forschung


Das Forschungsprogramm der Augsburger Universitätsmedizin ruht auf zwei miteinander verbundenen Säulen, den Forschungsschwerpunkten „Environmental Health Sciences“ und „Medical Information Sciences“, und klinischen Profilzentren in den Disziplinen Vaskuläre Medizin, Tumormedizin und Allergologie. In dieser vernetzten Struktur mit einem stark translational ausgerichteten Forschungsansatz sieht der Wissenschaftsrat in seinem Gutachten das Potential für eine überregionale Bedeutung und ein Alleinstellungsmerkmal des Standortes Augsburg. Sie fügt sich komplementär in das Gesamtprofil der anderen Medizinstandorte in Bayern ein.

Das Forschungsprogramm setzt konsequent auf bestehende Strukturen, Institutionen und Kooperationen und schafft damit aus Sicht des Wissenschaftsrates eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung. Die beiden Forschungschwerpunkte greifen bestehende Kompetenzen der Universität Augsburg auf: Interdisziplinäre Gesundheitsforschung, Umweltforschung und Informatik.

Grafik der Forschungsprofile der Universität

Umweltmedizin

Das Forschungsfeld „Environmental Health Sciences“ zielt darauf ab, positive wie negative Einflüsse – dies können auch soziale sein – aus der Umwelt auf die Gesundheit zu identifizieren und Präventionsansätze zu entwickeln. Ebenso wird an der Weiterentwicklung von Diagnostik und therapeutischen Ansätzen geforscht. Zentrale Themen sind u. a. Luftschadstoffe, Umweltmikrobiologie, der Klimawandel sowie gesellschaftliche Einflüsse auf Entstehung, Verlauf und Behandlung von Krankheiten. Neben Hauterkrankungen und Erkrankungen der Atemwege stehen auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems als Folge von Umwelteinflüssen im Zentrum des Interesses.

Aus Sicht des Wissenschaftsrates wird damit ein in Deutschland noch nicht ausreichend bearbeitetes Forschungsfeld adressiert. „In den USA ist das Forschungsfeld Umwelt und Gesundheit schon lange als wesentliches Gebiet der medizinischen Forschung etabliert, in das jährlich sehr hohe Mittel investiert werden. In Deutschland wollen wir in Augsburg diesen Schwerpunkt stärken“, berichtet Prof. Dr. Sabine Doering-
Manteuffel nach einer USA-Reise. Das etablierte Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg mit dem wissenschaftlichen Leiter PD Dr. Jens Soentgen und das Universitäre Zentrum für Gesundheitswissenschaften am Klinikum Augsburg, UNIKA-T, mit seinem Lehrstuhl für Umweltmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann gewährleisten Forschung auf höchstem Niveau auf diesem Gebiet.

 

Medizininformatik

Der Forschungsschwerpunkt „Medical Information Sciences“ hat – ausgehend von dem Paradigma „von Big Data zu Smart Data“ – die Zielsetzung, einen intelligenten Umgang mit den großen und heterogenen Datenmengen der medizinischen Forschung zu entwickeln. Daten gibt es viele, aus großen Kohorten-Studien, aus der Krankenversorgung, aber auch aus Fitness-Apps. Wie aus diesen Informationen neue Erkenntnisse gewonnen werden können, wird eine wesentliche Herausforderung sein, die in diesem Forschungsschwerpunkt bearbeitet werden. Weitere Themen sind unter anderem die Entwicklung von Methoden und Technologien und der Aufbau von neuen, internetbasierten Infrastrukturen für ein Lernendes Gesundheitssystem. Profitieren können davon der Gesundheitssektor, die klinische Forschung wie auch die Biotechnologie.
Darüber hinaus sind die effizientere Nutzung von Ressourcen durch IT-Systeme, die Forschung zu Telemedizin und Mobile Health (Apps & Wearables), die computerbasierte Modellierung und Simulation von Krankheits-
verläufen auch unter dem Aspekt von Umwelteinflüssen und therapeutischer Interventionen Gegenstand des Forschungsschwerpunktes „Medical Information Sciences“.